confiture de lentilles

Eine sehr ungewöhnliche Marmelade

Zeit für Experimente

Insbesondere im Sommer probiere ich gerne neue Rezepte aus. Mindestens genauso gerne widme ich mich allerdings der Marmeladenherstellung. Daher habe ich mich sehr gefreut, dass ich bei dem folgenden Rezept beides miteinander kombinieren konnte.

Vielen Dank an Annick!

Vor einiger Zeit hatte mir eine Freundin ein Rezept geschickt. Am Ende der Mail hatte sie angemerkt, dass man die gekochten Linsen durch Linsenmarmelade ersetzen kann. Die beiden Begriffe Marmelade und Linsen kamen mir anfangs so widersprüchlich vor, dass ich davon ausging, dass es sich um einen Tippfehler oder einen kleinen Spaß handelte. Weiter unten dann die Überraschung: da stand tatsächlich ein Rezept für diese seltsame Marmelade. Meine Neugier war geweckt. Wie kann es sein, dass sich die eigentlich so deftigen Linsen in eine süße Marmelade verwandeln können? Anfangs konnte ich mir kaum den Geschmack und die Konsistenz der fertigen Marmelade vorzustellen, Linsen an sich sind ja sehr mehlig und eher für salzige Speisen geeignet. Nichtsdestotrotz dachte ich mir, dass ich eigentlich nichts zu verlieren hatte, außer dass ich eventuell eine neue kulinarische Entdeckung machen könnte und sich meine Wahrnehmung dieser Hülsenfrüchte, die übrigens durch ihre Nährwerte sehr interessant für Vegetarier sind, komplett ändern könnte.

Linsen sind zweifelsfrei eine großartige Proteinquelle. Dabei sind sie zusätzlich fettarm und gehören zu den eisen- und zinkreichsten Lebensmitteln. Daher sollten sie ein fester Bestandteil des Speiseplans von Vegetariern und Veganern sein.

Linsen haben eigentlich nur Vorteile. Bei der Zubereitung gibt es keinerlei Abfälle, da sie weder einen Kern besitzen noch geschält werden müssen. Von einem Kilo gekauften Linsen kann man demnach auch ein Kilo Linsen verwenden. Ein günstiges und zugleich nahrhaftes Lebensmittel.

Linsen müssen den Vergleich zu Fleisch nicht fürchten und stellen für Vegetarier einen gleichwertigen Ersatz dar, beinhalten sie doch – je nach Sorte- bis zu 24% Proteine (perfekt für alle Sportbegeisterten) und nur 2% Fett. Der in den Linsen enthaltene Schwefel kann bei Lebererkrankungen helfen und trägt außerdem zu einer schöneren Haut bei. Da sich der Schwefel positiv auf die Zellatmung auswirkt ist die Haut weniger anfällig für Akne oder andere Hauterkrankungen.

Insbesondere für Veganer (die keine Milchprodukte zu sich nehmen) sind Linsen v.a. als Calciumlieferanten von großer Bedeutung.

Des Weiteren sind sie sehr reichhaltig an Phosphor und Magnesium, wodurch sie uns helfen, gegen den alltäglichen Stress anzukämpfen.

Ebenfalls erwähnenswert ist der Gehalt an B-Vitaminen (B1, B2, B3, B5, B6 und B9), die sich positiv auf Haare und Nägel, aber auch auf das Nerven- und Immunsystem auswirken.

Auch wenn Linsen viele positive Eigenschaften besitzen, sollte man sich nicht unbedingt einen 10 kg Vorrat anlegen, um seinen Proteinbedarf ausschließlich damit zu decken. Wie schon meine Großmutter zu sagen pflegte: „Alles in Maßen“. Es spricht nichts dagegen, ein- bis zweimal wöchentlich Linsen zu essen, es ist allerdings empfehlenswert, zwischen verschiedenen Proteinquellen wie z.B. Tofu, Eier, Quinoa, Seitan etc. zu wechseln. Am besten bezieht man seine Proteine aus möglichst verschiedenen Lebensmitteln, ab und zu ist es sogar ratsam, eine Mahlzeit komplett ohne Proteine zu sich zu nehmen, um dem Körper Zeit zu geben, sich zu erholen.

Linsen einweichen lassen.

Warum sollte man Linsen (und überhaupt alle Hülsenfrüchte) in Wasser einweichen lassen? Dieser Vorgang setzt einige wichtige chemische Prozesse in Gang.  Der größte Vorteil hierbei ist die Neutralisierung des Effekts der Phytinsäure auf die Verdauungsenzyme und die Mineralstoffaufnahme. Oder einfach ausgedrückt: der Verdauungsvorgang wird erleichtert, wodurch weniger Gas entsteht. Das Einweichen der Hülsenfrüchte nimmt zwar zusätzliche Zeit in Anspruch, angesichts der daraus resultierenden Vorteile sollte man diesen Schritt jedoch keinesfalls überspringen.

Die eingeweichten Linsen werden dadurch deutlich nahrhafter, leichter verdaulich und die enthaltenen Mineralstoffe werden vom Körper besser aufgenommen. Es wäre doch schade, sich diese Vorteile entgehen zu lassen.

Am einfachsten lässt man die Linsen über Nacht (zwischen 8 und 12 Stunden) in ungesalzenem Wasser einweichen.

Eine sehr ungewöhnliche Marmelade

Wie stellt man sie nun her?

Rezept:

250g Blonde Linsen (über Nacht eingeweicht)

750ml Wasser

400g Gelierzucker 2:1 (500g Zucker für 1kg Früchte)

100g Orangeat

1 daumengroßes Stück Ingwer

1 Vanilleschote oder 1 TL Vanilleextrakt

 

Die Linsen mit Wasser im Schnellkochtopf kochen: Druck ansteigen lassen, ausschalten und anschließend noch eine halbe Stunde warten bevor man den Topf öffnet.

Die Orangenschalen fein mixen.

Den Ingwer reiben (falls man nur den Saft verwenden möchte, kann man ihn auch auspressen)

Die Vanilleschote auskratzen.

Die Linsen in einer Passiermühle zu einer feinen Creme verarbeiten. Dieser Schritt ist nicht unbedingt notwendig, allerdings wird das Ganze dadurch noch cremiger. Falls Euch die Häute nicht stören, könnt ihr sie auch drin lassen, so sind sogar noch zusätzliche Ballaststoffe enthalten.

Den Zucker, die Orangenschale, den Ingwer und die Vanille (Mark und Schote) zu den Linsen hinzugeben.

Einige Minuten unter ständigem Rühren kochen lassen.

Die Vanilleschote herausnehmen und in Gläser füllen.

Die Linsenmarmelade ist schön cremig und erinnert etwas an Maronencreme…sogar vom Geschmack her! Ein überraschendes und gleichzeitig sehr angenehmes Geschmackserlebnis.

Linsenmarmelade
Linsenmarmelade

Die fertige Marmelade eignet sich perfekt als Füllung für eine Biskuitrolle oder als Brotaufstrich für‘s Frühstück, so ist der energiereiche Start in den Tag gesichert.

Danke an Katrina Klier für die Übersetzung

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