Algenkaviar

Algen-Kaviar: eine vegane schwarze Delikatesse

Es muss nicht immer Kaviar sein.

Da es im Sommer nichts Besseres gibt als frische und leichte Häppchen, gibt es heute wieder einmal ein Rezept für einen sommerlichen Aperitif, den man vielleicht in einer kühlen Weinlaube, im Schatten eines Baumes oder eines Sonnenschirms, am Fuße eines Berges oder direkt am Meer zu sich nimmt.

Ein Aperitif ohne Häppchen ist wie ein Lied ohne Text, eine Sonne ohne Strahlen oder ein Tanz ohne Musik – es fehlt einfach etwas.

Neben all den anderen allseits bekannten Häppchen habe ich kürzlich ein neues Rezept entdeckt, von dem ich echt begeistert bin: die Rede ist vom veganen Algen-Kaviar.  Mit seinem Geschmack nach Meer und seinem Aussehen, das dem russischen Kaviars ähnelt, ist dieses Rezept einfach wie für einen Sommer-Aperitif gemacht. Außerdem ist das jodhaltige Häppchen geschmacklich total leicht und frisch – fast wie ein kleiner Urlaub für die Geschmacksknospen.

Algen-Kaviar: eine vegane schwarze Delikatesse

Vor kurzem war ich mal wieder in einem Asia-Laden, in dem ein Produkt mysteriöser ist als das andere (daher liebe ich Asia-Läden auch so sehr, man kann einfach immer etwas Neues entdecken!). Dabei bin ich zufälligerweise auf ein Päckchen schwarze Algen gestoßen. Was Algen angeht bin ich ein absoluter Neuling. Da ich Fisch noch nie gerne gegessen habe, waren mir Algen bisher ebenso suspekt. Ich kannte zwar bereits die Algenblätter, die man für die Sushi-Zubereitung verwendet, diese Algen hier waren mir jedoch komplett unbekannt. Ihr Name? Wakame. Ich habe sie einfach mal mitgenommen, ohne zu wissen, was ich genau damit machen möchte.

Wakame
Wakame

Getrocknete Algenflocken

In der Packung befinden sich kleine schwarzen Stückchen, die ein wenig an schwarze Tee-Blätter erinnern. Ihr Geruch hingegen ähnelt eher dem der Eier des Seehasen, diesen kleinen schwarzen Fischeiern, die auf Butter-Toast serviert werden. Meistens werden diese Fischeier als falscher Kaviar bezeichnet (oder auch als deutscher Kaviar).

Der passende Geruch und die entsprechende Farbe sind also schon einmal vorhanden. Fehlen nur noch der authentische Geschmack und die typische Konsistenz des Kaviars. Wenn das, was ich mir bereits im Kopf ausgemalt habe, wirklich funktioniert, müsste letztendlich der perfekte vegane Kaviar dabei herauskommen!

Um meine Idee umzusetzen, gebe ich zunächst eine Handvoll Algenflocken in einen elektrischen Zerkleinerer. Nach ein paar Umdrehungen sollten sich die Flocken in kleine stecknadelkopfgroße Körner verwandelt haben.

Veganer Kaviar
Die Flocken werden zerkleinert

Die groben Flocken werden zu Körnern gemahlen.

Getrocknete Hülsenfrüchte können bekannterweise einfach in Wasser eingeweicht werden. Laut Google kann man mit den Algen genauso vorgehen, worauf warten wir also noch?!

Um den Vorgang zu beschleunigen, übergieße ich die Algenstücke mit kochendem Wasser. Und da Kaviar nun einmal salzig ist, gebe ich zusätzlich Salz ins Wasser und rühre das Ganze anschließend um.

Veganer Kaviar
Algenstückchen mit Wasser übergießen

Die Verwandlung erfolgt fast augenblicklich! Verrückt!

Der erste Test auf einem Stück Butterbrot ist tatsächlich verblüffend. Der Kaviar-Ersatz ist genau wie der Seehasen-Kaviar schön elastisch und dennoch knackig beim Draufbeißen. Genau wie ich es mir vorgestellt habe!

Allerdings ganz schön grün. Zwar ziemlich dunkelgrün aber eben dennoch grün. Für Algen ist dies zwar nicht wirklich verwunderlich, aber so kann das Ganze noch nicht als Kaviarersatz durchgehen.

veganer Algenkaviar
Ein bißchen zu grün?

Veganer Kaviar…deutlich grüner als das Original

An dieser Stelle gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Entweder es ist einem komplett egal und man genießt den veganen Kaviar, ohne weiter auf die grüne Farbe zu achten.
  2. Oder aber wir machen uns das Gesetz der Komplementärfarben zu Nutze. Wer im Kunstunterricht gut aufgepasst hat, ist hier also klar im Vorteil: Wir geben einfach eine kleine Menge rote Lebensmittelfarbe hinzu und erhalten somit den gewünschten schwarzen Kaviar (der genauer betrachtet eigentlich dunkel braun ist), der dem Original schließlich ziemlich nahe kommt.
Algenkaviar
Voilà!

 Weil der Kaviar so schnell zubereitet werden kann, ist es sinnvoll, ihn erst kurz vor dem Verzehr zu machen. Andernfalls kann er bei zu langer Wartezeit seine Knackigkeit verlieren, womit der Kaviar-Effekt nicht mehr vorhanden wäre.   

Lasst es Euch schmecken und bis demnächst, wenn ich Euch an meinem nächsten Küchenexperiment teilhaben lasse.

Algenkaviar
Algenkaviar
Übersetzung Katrina Klier

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